Heiter bis wolkig – Insight-Befragung zu aktuellen Herausforderungen und zur Stimmungslage in der Assekuranz

insight.jpg
  • Über die Hälfte der befragten Dienstleister und Versicherer befürchtet eine Verschlechterung der Marktbedingungen innerhalb der nächsten drei Jahre.

  • Rund 90 Prozent der Befragten sehen die veraltete IT-Infrastruktur und die Digitalisierung der Prozesse als derzeit größte Herausforderungen der Branche.

  • In der IT wird mit steigenden Investitionen und Beschäftigungszahlen gerechnet, im Vertrieb und Schadenmanagement hingegen wird ein Personalabbau erwartet.

Auch in den kommenden Jahren stehen der Versicherungsbranche eine Vielzahl neuer wie bekannter Herausforderungen bevor, die die Marktbedingungen für Versicherer entscheidend beeinflussen. Die letzte Befragung des Insight-Panels, welche wir zusammen mit den Versicherungsforen Leipzig ins Leben riefen, beschäftigte sich daher mit den größten „Baustellen“ und der Frage, wie sich die Lage am Markt in den kommenden Jahren entwickeln wird. Die Ergebnisse zeigen: Neben Themen wie Fachkräftemangel und der Umsetzung regulatorischer Anforderungen stehen zukünftig vor allem die Themen IT und Digitalisierung im Mittelpunkt. 72 Experten aus Versicherungs- und Dienstleistungsunternehmen nahmen an der aktuellen Befragung teil.

Stimmungsbarometer: Versicherer rechnen mit Verschlechterung der Marktbedingungen

Während die Mehrheit der befragten Versicherer und Dienstleister die aktuelle Marktlage als überwiegend positiv bewertet, zeigen sich die Experten mit Blick auf die Zukunft deutlich pessimistischer. Rund 50 Prozent der Befragten gehen von einer Verschlechterung der allgemeinen Marktlage innerhalb der nächsten drei Jahre aus. Sie nennen regulatorische Themen, schwierige Bedingungen am Kapitalmarkt sowie den Mangel an Fachkräften als mögliche Einflussfaktoren.

Risikohandling statt innovativer Produktentwicklung

Überraschende Ergebnisse zeigen sich bei Versicherern und Dienstleistern, wenn es um die zukünftigen strategischen Hauptaufgaben der Assekuranz geht: Die Aufklärung über die Risikosituation, das Outsourcing von Wertschöpfungsprozessen sowie die Risikotragung stehen bei beiden Teilnehmergruppen an erster Stelle. Damit wird ihnen eine deutlich höhere Relevanz als der Entwicklung innovativer Produkte zugesprochen.

Hinsichtlich des erforderlichen Handlungsbedarfs beim Thema Outsourcing zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Versicherern und Dienstleistern der Branche. Während 95 Prozent der Versicherer das Outsourcing von Wertschöpfungsprozessen als eines der wichtigsten strategischen Aufgabenfelder betrachten, sind es bei den Dienstleistern nur 78 Prozent.

IT und Digitalisierung als Spitzenreiter im Bereich aktuelle Herausforderungen

Die aktuell drängendsten Herausforderungen für die Branche sind nach Meinung der Teilnehmer die Digitalisierung der Prozesse und die veraltete IT-Infrastruktur. Auch die anhaltende Niedrigzinsphase macht der Branche nach wie vor zu schaffen, sind sich fast 90 Prozent der Befragten sicher. Besonders betroffen sind dabei die Lebensversicherer, deren Gesamtrentabilität durch das Niedrigzinsumfeld stark belastet wird. Themen wie Imageprobleme oder eine unzureichende Nachfrage rücken dagegen seltener ins Zentrum des Interesses. Weniger als 5 Prozent der Dienstleister und Versicherer bewerten diese als „sehr relevante“ zukünftige Herausforderungen.

Im Hinblick auf die regulatorischen Herausforderungen der kommenden Jahre führen die Themen Solvency II (34,0 Prozent der Befragten haben dieses Thema am höchsten bewertet), Datenschutz (21,8 Prozent) sowie IDD (14,5 Prozent) das Ranking an. Diese Bereiche binden nach wie vor viele Ressourcen, um die Anforderungen zu erfüllen.

Regulatorische Herausforderungen

Regulatorische Herausforderungen

Steigende Investitionen, sinkende Beschäftigungszahlen

Die Auswertungen hinsichtlich des Faktors Investition zeigen, dass diese in den kommenden drei Jahren in nahezu allen Unternehmensbereichen eines Versicherers steigen. Besonders viel Kapital soll dabei in die IT und die Modernisierung von Organisationsstrukturen fließen. Mehr als 80 Prozent der Befragten rechnen mit einem „geringen“ bis „wesentlichen“ Anstieg der Investitionen in der IT. Investitionen in die Organisationsstruktur der Unternehmen sollen nach Meinung von über 60 Prozent der befragten Versicherer ansteigen. Bei den Dienstleistern rechnet rund ein Drittel der Befragten mit einem „wesentlichen“ Anstieg der Investitionen.

Ein völlig anderes Bild zeichnet sich bei der Frage nach der Entwicklung der Beschäftigungszahlen in den kommenden drei Jahren ab. Diese werden nach Meinung der befragten Versicherer und Dienstleister in den meisten Bereichen sinken. Besonders betroffen sind dabei der Vertrieb- und Kundenservice, aber auch die Bereiche Underwriting und Schadenmanagement. Von diesen eher pessimistischen Prognosen ausgenommen ist erneut der Bereich der IT. Versicherer wie Dienstleister rechnen hier mit einem erheblichen Anstieg der Beschäftigungszahlen binnen der nächsten Jahre. Dabei gehen 23,1 Prozent der Versicherer von einem „wesentlichen“ Anstieg aus, bei den Dienstleistern teilen sogar 36,7 Prozent diese Ansicht.

Über Insight

Das Expertennetzwerk „Insight“ wurde von den Versicherungsforen Leipzig und dem Insurance Innovation Lab im September 2017 ins Leben gerufen. Das Online-Panel will Experten aus der Versicherungswirtschaft sowie branchennahe Dienstleister zusammenbringen und in regelmäßigen Umfragen zu aktuellen Herausforderungen und Themen der Branche befragen. Zudem soll das Netzwerk als Plattform zum gegenseitigen Austausch von Wissen und Erfahrungen dienen. Die Anmeldung für das Expertennetzwerk und die Teilnahme an den Umfragen zu weiteren Themen wie Innovationsmanagement, Digitalisierung, Marktgeschehen oder Kundenintegration ist unter www.insight-netzwerk.de möglich. Teilnehmer erhalten im Anschluss der Befragung exklusiv einen ausführlichen Ergebnisbericht.