Innovation kultivieren: Aber wie?

 
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Um als Unternehmen nachhaltig erfolgreich zu sein und sich gegenüber nationalen sowie internationalen Wettbewerbern durchzusetzen und die Marktposition behaupten zu können, ist eine positive, stabile Innovationskultur unabdingbar. Sie ist ein wichtiger und entscheidender Faktor für die Entwicklung eines Unternehmens – auch in der Assekuranz.

Was es mit dem Begriff Innovationskultur auf sich hat und wie sich diese erfolgreich im eigenen Unternehmen etablieren und verankern lässt, wollen wir in diesem Beitrag genauer beleuchten.

 Innovationskultur – Was ist das eigentlich?

Die Innovationskultur ist Bestandteil der allgemeinen Kultur eines Unternehmens. Sie umfasst alle auf den Bereich der Innovation bezogenen Werte, Normen, Einstellungen und Denkmuster, die auch das Handeln der Mitarbeiter im Unternehmen beeinflussen können. Damit ist sie gleichzeitig Rahmenbedingung für interne, aber auch externe Innovationsentwicklungs- und Managementaktivitäten.

 Eine positiv ausgeprägte Innovationskultur lässt sich beispielsweise an den folgenden Faktoren erkennen:

  • Offenheit der Mitarbeiter und des Managements gegenüber Neuerungen

  • flache Hierarchien

  • Akzeptanz von Ideen – auch von denen, die nicht umgesetzt werden

  • Experimentierfreudigkeit

  • starke bereichsübergreifende Vernetzung der Mitarbeiter

 Handlungsbedarf für die Assekuranz

Obwohl viele sich heutzutage als innovativ bezeichnen, heißt das noch lange nicht, dass auch eine Innovationskultur im Unternehmen gelebt wird. Temporäre Kreativität, die nur in geschützten Räumen oder Teams entsteht, macht noch lange keine Unternehmenskultur der Innovation aus. Dafür braucht es eine Grundstimmung, die permanent im Kreativmodus schwingt. 

In einer aktuellen Umfrage des Insight-Expertennetzwerks zum Thema Innovationsmanagement in der Assekuranz zum Beispiel bewertet jeder zweite Versicherer die Innovationskultur seines Unternehmens schlechter als die seiner Konkurrenz. Noch bezeichnender fällt das Urteil der Befragten Versicherungsdienstleister aus: 57,1 Prozent schätzen die Innovationskultur von Versicherungsunternehmen als schlechter oder sehr viel schlechter als die der brancheninternen Wettbewerber ein. Auffällig ist dabei, dass vor allem Innovationsmaßnahmen etabliert sind, die in den Unternehmen schon fest verankert sind (wie der Besuch von Veranstaltungen oder die Nutzung von Marktforschung). Neuere Methoden wie Bootcamps, Workshops oder Innovationsprojekte sind dagegen laut der Umfrage noch ausbaufähig, da nicht einmal die Hälfte der Befragten diese einsetzen. Dabei sind es gerade „neuen“ Formate, die zur Bildung einer Innovationskultur anregen, da sich Mitarbeiter kreativ mit Innovationsmanagement beschäftigen können und durch neue Arbeitsweisen ein Umdenken angestoßen wird. Anhand dieser Ergebnisse wird klar, dass für Versicherungsunternehmen in diesem Bereich Handlungsbedarf besteht.

Innovationskultur leicht gemacht

Die Basis für die Herausbildung einer Innovationskultur bilden die folgenden vier Faktoren:

Sensibilisierung für Chancen und Möglichkeiten

Motivation der Mitarbeiter

Befähigung durch Tools und Skills

Ermöglichung durch Strukturen und Ressourcen

Da diese jedoch sehr allgemein formuliert sind, stellen wir im Folgenden drei konkrete Maßnahmen vor, welche die Entstehung einer positiven Innovationskultur im Unternehmen langfristig fördern können:

 1. Immer up to date bleiben: Interne Informationskampagnen

Um eine Innovationskultur im eigenen Unternehmen herauszubilden, müssen die übergeordneten Ziele und Maßnahmen intern kommuniziert werden und zwar über alle Abteilungen und Hierarchien hinweg. Grundlage hierfür ist eine Innovationsstrategie, über die auch die Mitarbeiter in Kenntnis gesetzt werden.

Tipp: Durch regelmäßige interne Informationskampagnen stärken Sie die Motivation und Sensibilisierung für das Thema Innovation langfristig und halten Ihre Mitarbeiter über aktuelle Innovationsprojekte auf dem Laufenden.

 

2. Mehr Know-how durch Innovation-Bootcamps und Workshops

Intern oder extern angebotene Bootcamps und themenzentrierte Workshops können Mitarbeitern dabei helfen, Innovation besser zu verstehen und Innovationsmethoden gezielt anzuwenden. Dabei sollte für das Thema Innovation nicht nur sensibilisiert, sondern auch das nötige Know-how rund um die Bereiche der Ideenentwicklung, -gestaltung und -umsetzung vermittelt werden.

 Tipp: Führen Sie einmal im Quartal mit Ihren Mitarbeitern Workshops zu Methoden und Innovationsthemen durch – dafür bieten sich auch externe Moderatoren an.

 

3. Pitch it, Baby!  – Interne Kreativtechniken und Innovationsmethoden gezielt einbinden

Ob Pitching Contests, Innovation Awards oder Corporate Venturing – diese Methoden helfen dabei, Mitarbeiter aktiv in die Innovationsentwicklung einzubinden und sie für neue Ideen zu begeistern. Dabei wird nicht nur die Innovationskraft des eigenen Unternehmens gefördert, sondern auch die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit und Motivation der Mitarbeiter gestärkt.

 Tipp: Kombinieren Sie verschiedene Methoden und Kreativtechniken und individualisieren sie diese für Ihr Unternehmen!

 Darüber hinaus gibt es selbstverständlich noch viele weitere Möglichkeiten, die Entwicklung der unternehmenseigenen Innovationskultur voranzutreiben. Wichtig hierbei ist, dass jede dieser Maßnahmen von der Geschäftsführung und/oder dem Innovationsmanagement des Unternehmens langfristig geplant, gezielt eingesetzt und gut koordiniert wird, um negative Effekte zu vermeiden.

 

Weitere Informationen zum Insight-Expertennetzwerk gibt es hier und auf unserem DI-Labs Blog.

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